Die Wahl des richtigen Kunststoffs ist oft ebenso wichtig wie die Konstruktion selbst. Sie bestimmt Festigkeit, Temperaturbeständigkeit, Optik und Kosten Ihres Teils – und damit auch, welche Fertigungsverfahren infrage kommen. Hier ein Überblick über die Werkstoffe, die wir am häufigsten einsetzen.
ABS: der Allrounder
ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol) zählt zu den meistverwendeten Kunststoffen in der Industrie, vom Fahrzeuginnenraum bis zum Konsumgut. Es bietet eine gute Schlagzähigkeit, eine leicht zu veredelnde Oberfläche und moderate Kosten. ABS ist im 3D-Druck (FDM), in der CNC-Bearbeitung, als ABS-ähnliches Harz im Vakuumguss und natürlich im Spritzguss verfügbar. Seine Schwachstellen: begrenzte UV-Beständigkeit und keine biologische Abbaubarkeit.
ASA: ABS für den Außeneinsatz
ASA hat sehr ähnliche Eigenschaften wie ABS, ist aber deutlich beständiger gegen UV-Strahlung und Witterung. Eine gute Wahl für Teile, die der Sonne ausgesetzt sind.
PC (Polycarbonat): zäh und hitzebeständig
Polycarbonat verbindet hohe Schlagzähigkeit mit guter Wärmebeständigkeit und ist auch in transparenten Typen erhältlich. Es wird häufig für technische Gehäuse, Schutzabdeckungen und Beleuchtungsteile eingesetzt. PC/ABS-Blends bieten einen guten Kompromiss zwischen Zähigkeit und einfacher Verarbeitung.
PA (Polyamid): fest und leicht flexibel
Polyamide wie PA12 und PA6 sind zäh und verschleißfest. PA12 ist der Referenzwerkstoff für den 3D-Druck mit SLS und MJF; PA6 und glasfaserverstärkte Typen (PA-GF) sind in der Zerspanung und im Spritzguss für Funktions- und mechanische Teile weit verbreitet.
PP (Polypropylen): leicht und chemikalienbeständig
Polypropylen ist leicht, beständig gegen viele Chemikalien und hält wiederholtem Biegen stand – ideal für Clips, Scharniere und Verpackungen. Im Spritzguss ist es sehr verbreitet; seine größten Schwächen sind die geringe UV-Beständigkeit und eine begrenzte Einsatztemperatur.
PMMA: klar wie Glas
PMMA (Acrylglas) wird wegen seiner Transparenz und seiner glänzenden, kratzfesten Oberfläche gewählt: Abdeckungen, Lichtleiter, Displayteile. Es lässt sich zerspanen und polieren, als transparentes PU-Harz gießen oder im Spritzguss verarbeiten.
Hochleistungskunststoffe: PEEK und ULTEM
PEEK und ULTEM (PEI) behalten ihre mechanischen Eigenschaften auch bei hohen Temperaturen und sind beständig gegen aggressive Chemikalien. Da sie leichter als Metalle sind, kommen sie in der Luft- und Raumfahrt, der Medizintechnik und in anspruchsvollen Industrieanwendungen zum Einsatz – verarbeitet durch Zerspanung, FDM-Druck oder Spritzguss.
Flexible Werkstoffe: TPU und Elastomere
Für Dichtungen, Griffe oder Stoßdämpfer bieten TPU und gummiähnliche PU-Harze unterschiedliche Härtegrade, von weich bis halbstarr.
Harze für SLA und Vakuumguss
Beim SLA-Druck kommen lichtempfindliche Harze zum Einsatz, die eine glatte, detailreiche Oberfläche ergeben – ideal für Designmodelle. Im Vakuumguss bilden PU-Harze das Verhalten von ABS, PC, PP oder Gummi nach, für Vorserien von 20 bis 200 Teilen.
Unsicher, welcher Werkstoff passt?
Beschreiben Sie uns, wie Ihr Teil eingesetzt wird: Belastungen, Temperatur, Umgebung, Optik und Stückzahlen. In unserem Angebot empfehlen wir Ihnen den passenden Werkstoff und das richtige Verfahren.